Grundwissen zur Kamera

Grundwissen zur Kamera
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Hallo Leute,

in diesem Artikel geht es rund um die Kamera(eher gesagt Spiegelreflexkamera). Hier erkläre ich alles was zum Basiswissen dazugehört, also genau das, was für Anfänger sehr interessant ist. Es kann sein, dass dieser Artikel mit der Zeit immer mehr Ergänzungen bekommt. Also…los gehts:)

  1. Was ist die Belichtungszeit?
  2. Was ist die Blende?
  3. Was ist der ISO?
  4. Was ist der Weißabgleich?
  5. Was bedeutet was auf dem Moduswahlrad?
    1. Welcher Modus ist wofür gut?

1. Was ist die Belichtungszeit?

Die Belichtungszeit beschreibt, wie lange Licht auf den Sensor deiner Kamera fällt.

Wie bestimmt alle wissen, ist Licht das wichtigste beim fotografieren. Fällt zu wenig Licht auf den Sensor ist das Bild schwarz, fällt zu viel Licht auf den Sensor, wird das Bild weiß(ausgebrannt).

Dies kann man durch die Belichtungszeit verringern. Stellt man eine kurze Belichtungszeit ein, zB. 1/2000, so fängt der Sensor 1/2000 Sekunden das aktuelle Licht ein. Bei guten Lichtverhältnissen draußen erkennt man dann auch noch gut was und das Bild  kann gut Belichtet sein. Wenn es dunkel ist und wenig Licht draußen ist kann man die Belichtungszeit höher stellen, z.B. auf 15 Sekunden. Dann wird also 15 Sekunden das Licht aufgenommen. Es trifft also mehr Licht auf den Sensor, was dazu führt, dass das Bild heller wird.

Außerdem ist die Belichtungszeit wichtig wenn man bestimmte, schnelle Ereignisse einfangen will. Wenn man, wie wir in unserem Beitrag, einen Wassertropfen einfangen will, wie er auf Wasser aufschlägt, wählt man eine kurze Verschlusszeit (=Belichtungszeit). Will mann aber z.B. bei einem Wasserfall aufnehmen, wie das Wasser fließt wählt man eine etwas längere Verschlusszeit wie 1/5 Sekunden, je nach dem wie schnell sich das Wasser bewegt.

2. Was ist die Blende?

Die Blende steuert, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Ist die Blendenzahl klein, kann viel licht auf den Sensor fallen, je höher die Blendenzahl ist, desto weniger Licht fällt auf den Sensor.

Je nachdem welches Objektiv habt, habt ihr eher ein Lichtstarkes oder ein Lichtschwaches. Festbrennweiten haben meist eine hohe Lichtstarke. So hat z.B. die 50mm Festbrennweite von Canon eine Blende 1,8. Während das Kit-Objektiv (18-55mm) nur eine Blende von 3,5 bis 5,6.

Dabei heißt die erste Zahl wie offen die Blende ist wenn man auf 18 mm ist(also 3,5) und die zweite Zahl wie offen die Blende maximal bei 55 mm sein kann. Wie man sieht verschließt sich die Blende immer weiter, desto weiter man rein zoomt.

Außerdem ist es so, dass die Blende die Tiefenunschärfe regelt. Je offener(also niedrige Zahl) die Blende ist, umso verschwommener ist der Hintergrund(ergo: ein kleinerer Fokusbereich). Wenn die Blende eher zu ist(hohe Zahl), so hat man einen großen Schärfe- bzw. Fokusbereich.IMG_5720

Was bringt die Blende denn jetzt eigentlich? Mit der Blende könnt ihr steuern wie hell bzw. dunkel euer Bild ist. Des Weiteren könnt ihr damit einen schönen Bildlook erzielen, wie er oft bei Portraits benutzt wird. Nämlich die Tiefenunschärfe. Das könnt ihr relativ gut an dem Bildbeispiel rechts sehen:)

3. Was ist der ISO?

Mit dem ISO steuerst du die Lichtempfindlichkeit deines Sensors. Bei einem ISO von 100 ist er relativ unempfindlich, du kannst den ISO aber höher stellen und so aus einer dunkeln Location mit einer „geringen“(ich denke ihr werdet bei sehr dunkeln Orten trotzdem länger Belichten müssen als am Tag. Also ist ein Stativ hilfreich) Verschlusszeit trotzdem helle Bilder schießen.

Es gibt nur einen Nachteil wenn man den ISO Wert hoch stellt:

Das Bild fängt an zu rauschen. Dieses rauschen nimmt von ISO zu ISO zu. Während das Bild bei einem ISO Wert von 100 noch knackig scharf ist, ist bei manchen Kameras schon bei einem ISO von 1600 oder 3200 ein sehr verrauschtes Bild zu beobachten. Das ist natürlich doof, aber ich sage immer:

Lieber ein etwas verrauschtes schönes Motiv als das Motiv nie eingefangen zu haben

4. Was ist der Weißabgleich?

Verschiedene Lichtquellen geben verschieden warmes bzw. kaltes Licht wieder. Um trotzdem immer ein schönes Weiß zu bekommen, können wir bei unser Kamera einstellen welches Umgebungslicht grade vorhanden ist und somit der Kamera sagen, wie sie den perfekten Weißton raus bekommt.

Außerdem können wir mit dem Weißabgleich steuern ob unser Bild eher warm oder kalt sein soll. Somit können wir über den Weißabgleich bestimmte Farbtemperaturen übermitteln.

Das alles kann unsere Kamera aber auch Automatisch für uns übernehmen, dabei werden die Bilder zwar Größtenteils auch sehr gut, man hat allerdings eine Einstellmöglichkeit weniger. Es ist jedem selbst überlassen.:)

5. Was bedeutet was auf dem Moduswahlrad?

Dieses Rad ist nicht bei jeder Kamera gleich, darum kann man das nicht so pauschal sagen was jetzt genau was ist. Ich werde euch jetzt hier das Moduswahlräder der Canon EOS 700D vorstellen. Anhand dieser Erklärung müsstet ihr das Moduswahlrad eurer Kamera auch verstehen können.:)

ModusWahlRad
Das Moduswahlrad der Canon EOS 700D
Das Moduswahlrad der 700D
Auf dem Rad Erklärung
1. Der manuelle Modus In diesem Modus kannst du alles selber einstellen. Von Belichtungszeit, über Blende, bis hin zum ISO und Weißabgleich. Dieser Modus ist der, der eine Spiegelreflexkamera ausmacht. In diesem Modus kannst du deiner Kreativität freien lauf lassen und bekommst mit etwas Übung einen viel besseren Bildlook hin als im Automatikmodus. Du kannst das Bild genauso gestalten wie du es haben willst, eher dunkel(?), eher hell(?), eher warm oder kalt(?). Das alles ist im manuellen Modus mit etwas Übung selber einstellbar.
2. Der Av Modus (Zeitautomatik) Die Zeitautomatik erlaubt es dir die Blende manuell einzustellen. Darüberhinaus kannst du auch ISO und Weißabgleich selbst einstellen. Dabei übernimmt die Kamera die Einstellung der Blende. Mit diesem Modus kannst du schnell bestimmte Eigenschaften in einem Bild hervorrufen. Dazu aber später mehr.
3. Der Tv Modus (Blendenautomatik) Dieser Modus ist so ziemlich das Gegenteil der Zeitautomatik(s. oben). In ihm kann man selber manuell die Blende einstellen. Dabei regelt die Kamera dann die Verschlusszeit(=Belichtungszeit). Also quasi wirklich das Gegenteil zur Zeitautomatik.
4. Der P Modus (Programmautomatik) In der Programmautomatik übernimmt die Kamera noch den Großteil selbst. Also fast alles wird automatisch geregelt und kann nicht manuell bearbeitet werden. Man kann allerdings wenn man will den ISO Wert und den Weißabgleich einstellen. Einige andere recht nützliche Funktionen auch. Dazu aber später mehr.
5. Der A+ Modus (Automatikmodus) Hier müsst ihr nichts selber machen. Das einzige was die Kamera in diesem Modus nicht selber macht ist es, den Auslöser zu drücken. In diesem Modus kannst du nichts falsch machen, ABER die Bilder können vielleicht nicht ganz deinen Vorstellungen entsprechen. Das heißt z.B., dass die vielleicht warme Atmosphäre, wie sie an dem Ort war den du fotografieren willst, verloren geht, da die Kamera den Weißabgleich in deinen Augen falsch eingestellt oder die Belichtung zu lang war. Dazu aber auch später mehr.
6. Der Kein Blitz Modus Dieser Modus macht genau das gleiche wie der Automatik+ Modus, nur, dass dieser Modus dabei nie den Blitz benutzt. Dieser Modus schraubt nur die Belichtungszeit oder den ISO sehr hoch um helle Bilder zu erreiche. Aufpassen! Verwacklungsgefahr.
7. Der CA Modus (Kreativ Automaik) Im Kreativ Modus kann man über einen Schieberegler einstellen ob der Hintergrund eher unscharf oder scharf sein soll. Desweiteren kann man auswählen ob der Bildlook eher warm oder kalt sein soll.
8. Die Spezial Modi Mir ist kein besserer Name eingefallen:D Also diese Modi sollen dazu dienen besondere Fotos schnell schießen zu können. So gibt es einen Portrait, einen Landschafts, einen Makro und einen Sport Modus. Diese sollen dann schnell und automatisch die passenden Einstellungen liefern, sodass ihr nur noch den Auslöser drücken müsst. Eigentlich eine ganz nützliche Sache, aber ich benutze diese Modi eigentlich nie, da man alles im manuellen Modus gut einstellen kann und das Endergebnis meiner Meinung nach im manuellen Bereich auch besser ist.
9. Der Szenen Modus In diesem Modus kann man verschiedene Motivprogramme auswählen. Wie z.B. Nachtportrait, Nachtaufnahmen ohne Stativ und HDR Gegenlicht. Hier könnt ihr auch schnell Fotos von bestimmten Ereignissen machen und HDR Aufnahmen erstellen.

5.1. Welcher Modus ist wofür gut?

In diesem Abschnitt erkläre ich welchen Modus ihr wofür am besten benutzen könnt. Des Weiteren werde ich sagen, welche Modi meiner Meinung nach nicht so nötig sind.

Welcher Modus ist wofür gut?
Modus Ist gut für
Der A+ Modus Dieser Modus ist für extreme Anfänger und schnelle Schnappschüsse bei denen auch der Blitz angehen darf geeignet. Allerdings muss man bei diesem Modus daran denken, dass der ISO auch schon mal sehr hoch gehen kann. Dadurch kann Bildrauschen entstehen, dazu aber später mehr.
Der kein-Blitz Modus Er macht das gleiche wie der Automatik Modus, nur das in diesem Modus nie der Blitz angehen wird. Bei guten Lichtverhältnissen also das gleiche wie der Automatik Modus. Aber bei schlechten Lichtverhältnissen ohne Blitz. Daraus resultiert aber auch eine längere Verschlusszeit was zu Verwacklungen führen kann.
Der CA Modus Dieser Modus ist für Anfänger geeignet, welche trotz wenig Fotografiekenntnis bestimmte Stile in ihrem Bild haben wollen. Als Beispiel dafür kann man z.B. den schönen unscharfen Hintergrund, wie bei Portraits, benennen.
Die Spezial Modi Wie der Name der einzelnen Modi schon verrät, kann man diese gut als Anfänger für Sport-, Makro-, Portraits und Landschaftsfotografie benutzen. Wenn man später etwas fortgeschrittener ist, kann man das alles aber auch komplett alleine, ohne spezial Modi, im manuellen Modus einstellen.
Der Szenen Modus Mit diesem Modus kann man schnell und einfach HDR-Bilder erstellen und z.B. Bilder ohne Stativ in der Nacht machen. Durch besondere Methoden, wie z.B. das Aufnehmen von 3 Bildern direkt hintereinander, die dann übereinander gelegt werden, um ein helleres Bild zu bekommen.
Der manuelle Modus Dieser Modus ist mein absoluter Lieblingsmodus. Er ist sowohl für Anfänger, zum probieren, als auch für die Profis, als Allzweckwerkzeug. Man kann alles selber einstellen. Blende, ISO, Weißabgleich und die Belichtungszeit. Das waren nur ein paar Auszüge daraus, was man alles in ihm einstellen kann. In diesem Modus kann man seine Kamera spielend beim fotografieren kennen lernen. Also immer wenn es nicht schnell gehen muss und man Lust hat ein bisschen mit den Einstellungen zu spielen, BENUTZT DEN MANUELLEN MODUS:D
Der Zeitautomatik Modus Dieser Modus ist sehr gut geeignet, wenn man schnell bestimmte Fotos machen möchte die einen bestimmen Bildlook haben sollen, welcher sich durch die Blende regeln lässt wie z.B. die Hintergrundunschärfe. Außerdem kann man so schnell Fotos machen bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Der Blendenautomatik Modus Dieser Modus ist sehr nützlich, wenn man sich schnell bewegende Objekte fotografieren will und deswegen mit der Belichtungszeit sehr weit runter gehen muss. Dann kann man einfach knipsen und die Kamera passt die Belichtung immer mit Hilfe der Blende an.
Der Programmautomatik Modus Dieser Modus ist geringfügig wie der manuelle Modus. Man kann alles selber einstellen, außer Belichtungszeit und die Blende. Er ist gut geeignet wenn man schnell Fotos machen möchte, wie im Automatik oder Kein Blitz Modus, aber trotzdem das Bild z.B. nicht rauschen lassen möchte. Dann stellt man einfach den ISO auf 100 und den Rest regelt die Kamera.:)

Ich hoffe euch hat dieser Beitrag etwas geholfen:) Wenn ja lasst doch einen Kommentar da und wenn nicht schreibt mir was fehlt:) Über weitere Fragen freue ich mich auch sehr! Vielen Dank:)

Euer Felix

Holzpfahl im Wasser
Pfau in seiner vollen Farbenpracht
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5 Kommentare zu “Grundwissen zur Kamera

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